Vor dem Einstieg in die zusätzliche Altersvorsorge sollten zunächst Konsumschulden getilgt und existenzbedrohende Risiken abgesichert werden. Denn die Altersvorsorgeplanung kann wie ein Kartenhaus zusammenstürzen, wenn aufgrund von Krankheiten oder Invalidität Einnahmen wegbrechen oder große Zahlungsverpflichtungen entstehen.
Absoluten Vorrang hat die Absicherung für den Fall, dass der Beruf nur noch teilweise oder gar nicht mehr ausgeübt werden kann. In Deutschland können nach Auskunft von "Altersvorsorge macht Schule" aufgrund von Invalidität rund 20 Prozent aller Erwerbstätigen nicht bis zum Eintritt des Rentenalters arbeiten. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte daher frühzeitig, möglichst schon zu Beginn der Berufslaufbahn, abgeschlossen werden. Zweites Muss ist eine private Haftpflichtversicherung. Sie wird in jeder Lebensphase benötigt, um Schäden abzusichern, die unbeabsichtigt Dritten zugefügt werden.
Eine Absicherung der Hinterbliebenen im Todesfall über eine Risiko-Lebensversicherung empfiehlt sich immer dann, wenn Kinder zu versorgen sind oder eine Immobilie abzuzahlen ist. Weitere Versicherungen können, müssen aber nicht sinnvoll sein. Die Initiative, die derzeit bundesweit an den Volkshochschulen Kurse zur richtigen Altersvorsorge anbietet, empfiehlt, vor Abschluss einer Versicherung deren Notwendigkeit in der aktuellen Lebenssituation genau zu prüfen. Denn nicht nur eine mangelhafte Absicherung ist riskant. Ebenso nachteilig wirkt es sich aus, wenn durch zu viele und nicht unbedingt notwendige Versicherungen der finanzielle Spielraum zu stark eingeschränkt wird.
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