Aktienfonds-Sparpläne: Vom Auf und Ab der Börsen profitieren

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Aktienfonds-Sparpläne: Vom Auf und Ab der Börsen profitieren

Mit der richtigen Strategie können Sparer auch bei fallenden Kursen gewinnen


Trotz der permanenten Achterbahnfahrt an den Börsen: Die Chancen, mit Aktienfonds mehr Gewinn für die eigene Altersvorsorge herauszuholen als mit sichereren Anlageformen, stehen gut. Das gilt besonders für Fonds-Sparpläne, in die regelmäßig ein fester Betrag einbezahlt wird. Dank des Cost-Average-Effekts nutzen Sparer auf diese Weise Kursschwankungen automatisch zu ihrem Vorteil, teilt die Initiative „Altersvorsorge macht Schule“ hin, an der sich die Bundesregierung, die Deutsche Rentenversicherung und weitere Partner beteiligen.


Vom Cost-Average-Effekt – auch Durchschnittskosten-Effekt genannt – profitiert, wer Monat für Monat den immer gleichen Sparbetrag in einen Aktienfonds investiert. Damit tut der Sparer automatisch das, was an der Börse richtig ist: Er verhält sich antizyklisch. Stehen die Kurse hoch, erwirbt er mit seinem festen Sparbetrag nur wenige Anteile am Fonds. Fallen die Kurse, erwirbt er viele Anteile. Dieses Vorgehen ist nach Auskunft der Initiative grundsätzlich profitabler als der regelmäßige Kauf einer immer gleichen Anzahl von Fondsanteilen.


Was der Cost-Average-Effekt bringt, verdeutlicht folgendes schematische Beispiel: Sparer 1 schließt einen Fondssparplan ab, über den er jeden Monat für 100 Euro Fondsanteile erwirbt. Sparer 2 spart auf eigene Faust und kauft jeden Monat genau einen Fondsanteil, egal was er kostet. Im ersten Monat erwerben beide je einen Fondsanteil und bezahlen dafür 100 Euro. Einen Monat später sind die Kurse gefallen, der Preis für einen Fondsanteil liegt jetzt bei 50 Euro. Sparer 1 bekommt für seine 100 Euro nun zwei Anteile, Sparer 2 kauft stur einen hinzu. Im dritten Monat wollen beide verkaufen, der Kurs liegt inzwischen bei 75 Euro. Sparer 1 hat drei Fondsanteile im Depot, für die er 200 Euro bezahlt hat – und jetzt 225 Euro bekommt (drei Anteile à 75 Euro). Sparer 2 hat zwei Anteile im Depot, für die er 150 Euro bezahlt hat – und nun auch genau 150 Euro wiederbekommt (2 Anteile à 75 Euro). Das Ergebnis: Sparer 1 hat – trotz fallender Kurse – 12,5 Prozent gewonnen. Sparer 2 hat keinen Gewinn erwirtschaftet.


Aktienfonds: Mit Sparplan oder ohne?

Grundsätzlich gilt: Mit Sparplan fährt ein Anleger besser. Das nachfolgende Beispiel aus der Broschüre „Private Altersvorsorge“ der Stiftung Warentest/Verbraucherzentrale NRW macht den Unterschied deutlich: Anleger 1 kauft monatlich für je 100 Eure Fondsanteile zu unterschiedlichen Kursen (100, 90, 80 und 130 Euro je Anteil). Anleger 2 investiert ohne Sparvertrag; da Privatanleger üblicherweise keine Bruchstücke von Anteilen kaufen können, kauft Anleger 2 monatliche jeweils einen Fondsanteil zum jeweils aktuellen Preis






Anleger 1 -
mit Sparplan

Anleger 2 -
ohne Sparplan

Termin


Preis je Anteil


Anlagebetrag


Erworbene Anteile


Anlagebetrag


Erworbene Anteile


1.Januar


100,- €


100,- €


1,0


100,- €


1


1.Februar


90,- €


100,- €


1,11


90,- €


1


1.März


80,- €


100,- €


1,25


80,- €


1


1.April


130,- €


100,- €


0,77


130,- €


1




400,- €


4,13


400,- €


4,0


Sparplan mit Fondsanteilen oder Einmalanlage?

Ist ein Sparplan dank des Cost-Average-Effekts einer Einmalanlage überlegen? Das kann, muss aber nicht der Fall sein. Wer sich zu Beginn einer Boomphase für eine Einmalanlage entscheidet – also zu niedrigen Kursen einsteigt und zu einer Hochphase wieder aussteigt – wird in der Regel die meisten Gewinne einfahren. Aber diesen Zeitpunkt abzupassen, ist schwierig - denn an der Börse wird nicht geklingelt. In Zeiten stark schwankender (volatiler) Kurse ist der Sparplan daher die bessere Wahl. Das Risiko ist bei dieser Anlageform immer niedriger als bei einer Einmalanlage, wie folgendes Schaubild zeigt: In unserer Beispielrechnung erzielt der Fondssparer trotz erheblicher Kursverluste einen satten Gewinn von 850 Euro erzielt – einzig und alleine dank des Cost-Average-Effekts. Mit einer Einmalanlage hätte der Anleger im dargestellten Zeitraum hingegen einen Verlust von 90 % hinnehmen müssen (siehe Kursverlauf).


Allerdings sollte die dem Sparplan zugrunde liegende Anlage - langfristig gesehen - auch nachhaltige Wertsteigerungen versprechen, damit das Vertrauen des Anlegers erhalten und der Sparplan in den Zeiten niedriger Kurse (im Beispiel spätestens ab August) auch fortgesetzt wird.


 

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