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10. Januar 2008

Problemzone Altersvorsorge?

Der Wunsch, im Alter finanziell sorgenfrei zu sein, ist unabhängig vom Geschlecht. Der Weg dorthin nicht unbedingt. Was Frauen bei ihrer Altersvorsorge beachten sollten.

719 Euro im Monat reichen allein nicht für ein sorgenfreies Leben. Doch das ist die gesetzliche Durchschnittsrente, die Frauen in Deutschland im Jahr 2006 bezogen haben. Obwohl die meisten von ihnen um die mögliche Gefahr späterer Altersarmut wissen, befassen sich 40 Prozent der 30- bis 39-Jährigen gar nicht mit ihrer Altersvorsorge. Stattdessen machen sie sich häufig von der Rente ihres Partners abhängig. Eine Sicherheit, die trügerisch sein kann. Die Initiative "Altersvorsorge macht Schule" rät Frauen deshalb, sich in jedem Fall um eine ausreichende eigenständige Versorgung zu kümmern.


Auszeiten schmälern die Rente


Kindererziehung, Pflege von Familienangehörigen und Teilzeittätigkeit - dies alles sind typische Bausteine weiblicher Lebensläufe. Und Gründe dafür, dass die Rente vieler Frauen niedriger ist als die von Männern. Im Schnitt erhalten Männer 304 Euro mehr aus der gesetzlichen Rentenkasse. Auch deshalb, weil ihr Einkommen noch immer zumeist höher ist - und folglich auch die Beiträge zur Rentenversicherung.


Der Gesetzgeber hat einiges getan, um Nachteile, die oft eben Frauen betreffen, in der Rentenversicherung auszugleichen. So erhalten Mütter - wie Väter - für Erziehungszeiten Beiträge gut geschrieben, und zwar in Höhe eines Durchschnittsverdienstes; ein Jahr lang für Kinder, die bis Ende 1991 geboren wurden, drei Jahre für Nachwuchs ab dem 1. Januar 1992. Das bringt zwar zwischen 23 und 79 Euro monatlich im Alter. Die Rente einer gutverdienenden Berufstätigen wäre jedoch höher. Also: Trotz staatlicher Gutschriften können Beitragslücken entstehen, erst recht, wenn die Kinderpause länger als die anerkannten Kindererziehungszeiten dauert.


Selbst aktiv werden


Viele Frauen befassen sich ungern mit Finanzen. Dabei ist das Thema zusätzliche Altersvorsorge für sie oft noch wichtiger als für die meisten Männer. Zum einen, weil sie durch zerstückelte Erwerbsbiographien tendenziell niedrigere Ansprüche haben, zum anderen müssen ihre Ersparnisse wegen ihrer höheren Lebenserwartung im Schnitt fünf Jahre länger halten. Statt Kopf in den Sand, ist also Handeln angesagt.


Die Vorsorge beginnt mit der Bestandsaufnahme der eigenen Finanzen: Welche Rente habe ich laut Renteninformation zu erwarten? Welche zusätzliche Altersvorsorge besteht vielleicht bereits? Wie viel Geld brauche ich voraussichtlich im Alter? Mit der ermittelten Lücke geht es an die Umsetzung. Dabei ist die Frage legitim, inwiefern sich der berufstätige Partner an der Altersversorgung von Frauen beteiligt, die wegen der Familie auch finanzielle Einbußen hinnehmen.


Riester-Rente: für Frauen besonders interessant


Die Riester-Rente ist gerade für Frauen eine interessante Option. Sie können über ihren sozialversicherungspflichtigen Ehemann gefördert werden und mit eigenem Vertrag auch ohne Beiträge jährliche Zulagen von 154 Euro einstreichen; zuzüglich möglicher Kinderzulagen in Höhe von 185 Euro je Kind und für Nachwuchs, der ab dem 1. Januar 2008 zur Welt kommt, sogar 300 Euro. Das ist vom Staat geschenktes Geld. Darüber hinaus können die Beiträge für die Riester-Rente steuerlich geltend gemacht werden.


Vorbei auch die Zeiten, in denen es die Betriebsrente vor allem in typischen Männerbranchen gab und Frauen seltener in ihren Genuss kamen. Beschäftigte, egal welcher Branche, haben seit 2002 das Recht auf die so genannte Entgeltumwandlung, mit der sie einen Teil ihres Einkommens sozialabgabenfrei in eine betriebliche Altersvorsorge investieren können. Das lohnt sich - insbesondere dann, wenn der Arbeitgeber freiwillig etwas dazulegt. Keine Frau sollte sich scheuen, darüber offen mit ihrem Chef zu sprechen.


So früh wie möglich


Geld arbeitet geschlechtsneutral. Bei der Anlage gilt für alle: "Beginnen Sie so früh wie möglich". Wer mit 20 Jahren anfängt, monatlich 50 Euro in die Zusatzrente zu investieren, bekommt bei einer Verzinsung von vier Prozent mit 67 Jahren stattliche 81 500 Euro ausgezahlt. Jedes versäumte Jahr rächt sich: Wer erst mit 40 beginnt, muss monatlich schon 141 Euro an die Seite legen, um auf die gleiche Summe zu kommen. Entscheidend ist dabei auch das Wie der Geldanlage: Da Frauen gerne auf Nummer sicher gehen und Finanzprodukte mit geringerem Risiko - aber auch geringerer Rendite - wählen, sollten sie besonders früh beginnen.


Spezielle Altersvorsorge-Produkte für Frauen halten viele Experten übrigens für überflüssig. In der bestehenden Palette sei für jede Frau etwas dabei - das Gleiche nur in rosarot biete keinen Mehrwert. Das heißt: Frauen brauchen auf ihre Biographien abgestimmte Strategien, aber keine speziellen Produkte.


Gut informieren bei unabhängigen Experten


Nur nicht den erstbesten Vertrag unterschreiben, sondern sich gut informieren. Unabhängige Beratung bieten die Verbraucherzentralen und die Rentenversicherungsträger. Frauen, so fand die Zeitschrift Finanztest heraus, wollen sich bei der Beratung wohl fühlen und Vertrauen haben. Viele von ihnen sehen sich deshalb bei unabhängigen Finanzberaterinnen, die speziell Beratungen für Frauen anbieten, gut aufgehoben. Eine generelle Regel, wo die beste Beratung erhältlich ist, gibt es jedoch nicht. Daher ist es in jedem Fall ratsam, bereits gut informiert zur Anlageberatung zu gehen, um diese wichtige und häufig einmalige Entscheidung mit gestalten zu können. Das notwendige Rüstzeug dafür geben die Kurse "Altersvorsorge macht Schule", derzeit bundesweit an 500 Volkshochschulen. In zwölf Stunden und für maximal 20 Euro erklären unabhängige Beraterinnen und Berater der Deutschen Rentenversicherung die vielen Wege in die eigene Vorsorge - ohne kommerzielle Hintergedanken. Alle Infos unter www.altersvorsorge-macht-schule.de


 

Pressekontakt

Infobüro
„Altersvorsorge macht Schule“

Frau Carolin Ebbinghaus
Tel. 030/ 185271109
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