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Altersvorsorge macht Schule


Souverän fürs Alter vorsorgen

Portrait Anja Schmidt
Altersvorsorge-Expertin Anja Schmidt. Foto: DRV

Das Kursangebot „Altersvorsorge macht Schule“ an den Volkshochschulen verspricht Durchblick bei der Finanzplanung fürs Alter. Anja Schmidt, Beraterin bei der Deutschen Rentenversicherung und eine von 250 Referentinnen und Referenten für „Altersvorsorge macht Schule“, erklärt, worum es in den Kursen geht und für wen sich der Besuch lohnt.


Frau Schmidt, warum sollte ich in der Volkshochschule einen Kurs von „Altersvorsorge macht Schule“ besuchen?


Anja Schmidt: Weil Sie Ihre Altersvorsorge danach sicher in Angriff nehmen können. Die wenigsten setzen sich gerne mit diesem Thema auseinander. Das führt entweder dazu, dass man gar nichts tut. Oder aber man sitzt irgendwann einem Versicherungsvertreter oder einer Finanzberaterin gegenüber und unterschreibt einen Vertrag, ohne zu wissen, ob diese Entscheidung wirklich klug war. Denn wer kann schon als Laie beurteilen, wie gut oder schlecht ein so komplexes Produkt wie zum Beispiel eine private Rentenversicherung ist?


„Altersvorsorge macht Schule“ hilft mir dabei?


Ja, wir sagen den Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern, welche Produkte es gibt. Und wir geben ihnen die Werkzeuge an die Hand, die sie brauchen, um die Eigenschaften eines bestimmten Produkts beurteilen zu können. Also, wie wirkt sich zum Beispiel Dynamik bei einer Lebensversicherung auf die Sparbeiträge aus? Wie sinnvoll ist eine Klausel im Vertrag, die doppelte Todesfallsumme bei Unfall garantiert? Nach dem Kurs sind Sie solchen komplizierten Begrifflichkeiten nicht mehr hilflos ausgeliefert.


Welche Rolle spielen die staatlich geförderten Wege der Altersvorsorge in den Kursen?


Eine wichtige, aber keine ausschließliche. „Altersvorsorge macht Schule“ ist keine Werbeveranstaltung zur Riester- und Rürup-Rente. Genauso wenig betreiben wir Imagewerbung für die gesetzliche Rentenversicherung. In den Kursen geht es vielmehr um alle Bausteine, die für die Alterssicherung wichtig sind: Was können Sie von der gesetzlichen Rente, der ersten und weiterhin wichtigsten Säule, erwarten? Wie ermitteln Sie ihre Versorgungslücke? Wie können Sie zusätzlich über den Betrieb vorsorgen? Welche Möglichkeiten der zusätzlichen privaten Absicherung gibt es und welche Wege empfehlen sich für wen? Worauf müssen Sie als Verbraucher achten, bevor Sie einen Vertrag abschließen? Das ist das Programm.


Und danach weiß ich über meine Altersvorsorge Bescheid?


Ja. Nach dem Kurs können Sie zu Ihrer Bank oder Versicherung gehen, gezielt nach dem Produkt fragen, das sich für Ihre persönliche Situation empfiehlt und vergleichen. Wer mit einem solchen Wissen im Hintergrund auftritt, wird merken, dass auch der Vermittler oder die Vermittlerin ganz anders berät. Nur die Entscheidung für einen bestimmten Anbieter, die müssen Sie selbst treffen. Denn „Altersvorsorge macht Schule“ versteht sich als strikt neutrales Bildungsangebot. Wir Referenten sprechen keine konkreten Kaufempfehlungen aus.


Wer kann mir bei dieser Entscheidung helfen?


Zum Beispiel die örtlichen Verbraucherzentralen. Diese dürfen einzelne Produkte miteinander vergleichen und genaue Kaufempfehlungen aussprechen.


An wen wenden sich die Kurse?


Unsere Hauptzielgruppe sind all jene, die vordringlich an ihre Altersvorsorge denken müssen – die 30- bis 45-Jährigen. Generell ist Altersvorsorge aber ein Thema, das alle betrifft. Dazu gehört die Anfang 20-Jährige, die gerade in ihren Beruf einsteigt, genauso wie der 55-Jährige, der bislang zu wenig getan hat. Die Kurse sind daher für alle offen, die zusätzlich etwas für ihre Alterssicherung tun wollen. Und das unabhängig von Vorkenntnissen oder finanziellen Möglichkeiten.


Stichwort „finanzielle Möglichkeiten“: Was antworten Sie, wenn Sie hören: „Ich habe kein Geld, um zusätzlich vorzusorgen?“


Bereits mit kleinen Beträgen lässt sich etwas machen. Der Mindestbeitrag für die Riester-Rente zum Beispiel beträgt in bestimmten Fällen nur fünf Euro im Monat – das ist eine Summe, die wirklich jede und jeder aufbringen kann. Wer weiß, welche Möglichkeiten es gibt, findet auch einen Weg für sich. Und genau dieses Wissen vermitteln wir in den Kursen.