Die Angebote auf dem Markt der privaten Altersvorsorge scheinen unüberschaubar. Banken, Versicherungen, Fondsgesellschaften – sie alle buhlen um die Gunst der Anlieger und preisen ihre Produkte. Aber welche sind die für Sie geeigneten? Auf diese Frage gibt es nur individuelle Antworten, denn die Lebensumstände, die finanziellen Voraussetzungen und auch die Risikobereitschaft sind bei jedem Menschen unterschiedlich. Zunächst müssen Sie Ihre Rahmenbedingungen definieren und die Prioritäten Ihrer Absicherung herausfinden.
Bevor es mit dem Altersvorsorgesparen losgeht, sollten Sie zunächst existenzbedrohende Risiken absichern. Dazu gehört insbesondere die Absicherung für den Fall, dass Sie ihren Beruf nur noch teilweise oder gar nicht mehr ausüben können. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann separat oder in Kombination mit anderen Produkten abgeschlossen werden.
Bilden Sie im zweiten Schritt eine Liquiditätsreserve – also eine Art finanziellen Puffer. Das ist Ihr Notgroschen, der verhindern soll, dass Sie Ihre Altersvorsorgeprodukte frühzeitig antasten, weil Sie einen finanziellen Engpass haben. Drei Monatsgehälter sind empfehlenswert.
Danach ist es ratsam, etwaig vorhandene Konsumschulden zu tilgen. Denn gesparte Schuldzinsen bringen in aller Regel die höchsten Renditen.
Im vierten Schritt prüfen Sie nun, welche finanziellen Mittel Ihnen für die zusätzliche Altersvorsorge aktuell und zukünftig zur Verfügung stehen. Berücksichtigen Sie, dass manche Ausgaben in näherer Zukunft möglicherweise wegfallen (z.B. abgezahlte Kredite). Überlegen Sie auch, ob Einsparpotenziale vorhanden sind.
Mit diesem Geld machen Sie sich nun an den Aufbau der Altersvorsorge. Schauen Sie dabei – insbesondere wenn Sie spät mit Ihrer Vorsorge beginnen – nicht allein auf die Rendite. Denn hohe Renditen gehen fast immer zulasten der Sicherheit. Zwar können Sie im glücklichen Fall mit einer riskanten Geldanlage einen hohen Gewinn erzielen. Im schlimmsten Fall kann jedoch – beispielsweise bei riskanten Spekulationen auf dem Aktienmarkt – Ihr gesamter Einsatz verloren gehen.
Drei Faustregeln sollten Sie beachten:
1. Je kürzer der Anlagezeitraum, desto sicherer sollte die Anlage sein
In jüngeren Jahren ist es durchaus sinnvoll, etwas risikofreudiger vorzugehen, denn bis zum Rentenalter gleichen sich eventuelle Verluste wieder aus. Je näher aber ihr Renteneintritt rückt, desto eher sollten Sie auf sichere Produkte umsteigen.
2. Setzen Sie auf mehrere Pferde
Minimieren Sie Ihr Risiko und maximieren Sie Ihre Chancen. Sofern es Ihre finanziellen Möglichkeiten erlauben, sollten Sie verschiedene Anlageformen mischen. Am besten fährt, wer sowohl sichere als auch etwas risikoreichere Produkte in seinem Vorsorge-Paket hat.
3. Fangen Sie so früh wie möglich an
Je früher Sie beginnen, desto besser. Ein Beispiel: Für eine monatliche Rente von 320 Euro müssen Sie, wenn Sie mit 20 Jahren beginnen, monatlich rund 70 Euro aufbringen. Beginnen Sie 20 Jahre später, so liegt ihr monatlicher Beitrag bei über 170 Euro.
Banksparpläne, Wertpapiere, Fonds in vielen Variationen können Bausteine der Altersvorsorge sein. Aber auch private Renten- und Lebensversicherungen sind beliebte Möglichkeiten. Zwei von drei Deutschen besitzen eine private Lebensversicherung. Die klassischen und fondsgebundenen Lebensversicherungen werden in besonderer Ausgestaltung auch als Riester-Rente angeboten, ebenso wie Bank- und Fondssparpläne. Für viele bildet auch die eigene Immobilie den geeigneten Weg, für das Alter vorzusorgen.
Welcher Weg der für Sie geeignete ist, hängt von Ihrem Budget, Ihren Bedürfnissen, Ihrer Risikobereitschaft und persönlichen Lebenssituation ab. Lassen Sie sich vor einer Entscheidung in jedem Fall unabhängig beraten. Umfassende Informationen liefert Ihnen zum Beispiel das Kursangebot „Altersvorsorge macht Schule“.
Teil 4: Betriebliche Altersvorsorge: Der bessere Weg für mich?
Tel. 0800 - 1000 4800
Das kostenlose Servicetelefon der Rentenversicherungsträger
Lob vom Sozialbeirat der Bundesregierung: „Altersvorsorge macht Schule“ leiste einen wichtigen Beitrag zu besseren Altersvorsorge-Kenntnissen der Bevölkerung. Die aktuelle Entwicklung an den Finanzmärkten habe verdeutlicht, wie wichtig Wissen über zusätzliche Alterssicherung sei, so die Experten in ihrem Gutachten zum Rentenversicherungsbericht 2008. Dem Sozialbeirat gehören Vertreter der Selbstverwaltung (Versicherten- und Arbeitgebervertreter), ein Repräsentant der Deutschen Bundesbank sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler an.